Mein erster Eindruck von der Sony HDR-CX900E

22. August 2014 | By | 5 Comments

IMG_3662Ich bin durchaus ein Freund von Consumer-Camcordern (wie auch hier zu lesen ist). Wenn es darum geht, einfach und unkompliziert Bilder in guter Qualität zu drehen, dann schlägt deren Stunde. Bisher war ich mit meiner zwei Jahre alten Panasonic HC-X909 ganz gut ausgerüstet – nur hat hat Panasonic in diesem Jahr bisher in dem höherpreisigen Consumer-Segment noch keine neue Kamera vorgestellt. So habe ich mir einmal genau angeschaut, was Sony dieses Jahr so Neues bietet.

Auf Anhieb spannend fand ich die Sony HDR-CX900E – vorgestellt bei der CES in Las Vegas Anfang des Jahres und erst viel später lieferbar. Ein Consumer-Camcorder in der Preislage um die 1300 Euro in Full-HD – es gibt auch eine 4K-Variante, die mich aber noch nicht so interessiert hat. Besonderheit: Der große 1-Zoll-Sensor, der ein Spiel mit der Tiefenschärfe ermöglichen soll – und idealerweise ansatzweise den Videolook einer Spiegelreflexkamera ermöglicht.

Eingebauter ND-Filter

Und ungewöhnlich für einen Consumer-Camcorder: Die Sony verfügt über einen eingebauten ND-Filter – wer das nicht kennt: Das ist quasi eine Sonnenbrille für die Kamera. Ist es sehr hell, müsste normalerweise die Blende sehr weit geschlossen werden (das führt zu einer hohen Tiefenschärfe, und das gibt ein vielleicht nicht ganz so interessantes Bild) – bei einer Kamera mit ND-Filter kann man auch bei Helligkeit mit relativ offener Blende drehen, so dass der Schärfebereich geringer ist (und das Bild meist interessanter aussieht). 

IMG_3667Einem richtigen Test habe ich die Kamera nicht unterzogen – es war eher ein Ausprobieren aus Sicht eines Anwenders. Los ging’s mit dem Auspacken, das ich ja hier zeige. Aber dann habe ich auch schon die ersten Aufnahmen gemacht. Nicht ausprobiert habe ich den neuen, qualitativ hochwertigeren XAVC S-Codec, der noch schnellere Speicherkarten als meine Class-10-SDHC-Karten benötigt.

Bildstabilisierung funktioniert gut

Ausprobiert habe ich die Kamera für ein Video auf meinem Kreuzfahrtschiff-Kanal auf YouTube. Es handelt sich hier um einen Rundgang mit viel Bewegung. Die Arbeit von optischem und Software-Bildstabilisator in Kombination finde ich ganz in Ordnung. Solche Gänge sind mit vielen Videokameras ohne ein Stabilisierungssystem kaum zu machen – aber das Ergebnis mit der HDR-CX900E finde ich ganz okay. Nichtsdestotrotz sind in dem Video zu viele unruhige Bewegungen zu sehen – aber das nehme ich als Mann hinter der Kamera auf mich, das hat nichts mit der Hardware zu tun. Außerdem habe ich später im Innern des Schiffes versehentlich mit eingeschaltetem ND-Filter gedreht, so dass die Gain-Automatik das Bild automatisch aufgehellt hat – was ja zu mehr Bildrauschen führt. Also sonderlich repräsentativ sind die Aufnahmen nicht.

Interessanter dürften die Aufnahmen sein, die ich mit etwas mehr Zeit zur Probe gedreht habe – im Vergleich zur Panasonic HC-X909. Die Bilder gibt’s in diesem Video zu sehen – übrigens mit Udo Lindenberg als Stargast quasi…

Im Großen und Ganzen hat mir die Sony HDR-CX900E gut gefallen. Es ist natürlich ein Consumer-Camcorder – was nicht nur Vorteile hat. So darf man sich nicht an Funktionen, wie dem automatischen Auslösen für ein Foto, wenn die Person lächelt, stören.  Die sind nun mal für den normalen Nutzer gedacht. Wobei ich nicht wirklich sicher bin, ob solche Funktionen von einem Camcorder wirklich erwartet werden.

Ich bin ja schon froh, dass die HDR-CX900E keinen Beamer eingebaut hat, wie sonst wie Consumer-Camcordern von Sony üblich. Was mir noch aufgefallen ist: Der Autofocus arbeitet ausgesprochen langsam – aber das soll mit dem großen Sensor zusammen hängen. Und was mich ärgert: Der Zubehörschuh ist für Sony extra angepasst – wer Zubehör besitzt, wie ein Aufsteckmikro, der kann das nur mit Adapter nutzen.

Mein Fazit

Kurzum: Wer eine einfach zu bedienende Kamera sucht, die Bilder macht, die interessanter aussehen als von den meisten Camcordern und wer die Investition in eine Spiegelreflexkamera mit Zubehör scheut, der ist bei der Sony HDR-CX900E sicher richtig. Empfehlenswert auch für Unternehmen, die vielleicht einfache Videos selbst drehen möchten und auch Wert auf ein schönes Bild legen. Für Videoproduzenten wie mich ist sie im Prinzip auch geeignet – vielleicht als Zweitkamera. Durch die geringe Größe wird die Kamera vom Kunden sonst nur als unprofessionell abgestempelt – dem Kunden sind die guten inneren Werte nämlich ganz egal… 

Vielen Dank an Sony und die Agentur häberlein & mauerer für das Testgerät!

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About the Author (Author Profile)

Matthias Morr, Jahrgang 1976, berät Unternehmen und trainiert die Mitarbeiter beim Einsatz von Videos und YouTube. Außerdem realisiert er Videoproduktionen als Videojournalist - in Hamburg und bundesweit. Als Referenzprojekte betreibt er zwei sehr erfolgreiche YouTube-Partnerkanäle über Kreuzfahrtschiffe (Schiffstester.de und Cruiseinspector.com). Stationen in früheren Jahren waren u.a. der NDR und Axel Springer Digital TV.

Comments (5)

  1. Martin

    Das Firmware-Update auf Version 2.0 behebt das Autofokus-Problem.

  2. Steffi

    Hi, danke für deinen tollen Bericht.

    Ich habe mich auch für diese Kamera entschieden! Ich finde sie echt klasse! :3 nur eines ist mir irgendwie entgangen.. Bildstabilisator? Wo kann ich diese Funktion finden? Ich habe einen amerikanischen Clip bei Youtube gesehen wo das einer austestet. Aber ich kann darüber gar nichts finden. Kannst du mir da weiterhelfen?

    lg Steffi

  3. Turi Kammer

    Mit der HDR-CX900E als Nachfolgerin einer Sony-Bandkamera bin ich zufrieden. Grotesk ist allerdings, dass das Original-Zubehör der Vorgängerkamera (Gun-Micro und Funk-Micro) auf dem Original-Zubehörschu verkehrt herum sitzt. Da geht bei Sony der Schuss im wahrsten Sinne (aber wohl absichtlich) hinten heraus.

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