Mit welchen Inhalten Unternehmen auf YouTube erfolgreich sind

17. Juli 2014 | By | Add a Comment

Youtube-ContentDer YouTube-Kanal fürs Unternehmen ist eingerichtet, soweit so gut – aber mit welchen Inhalten bin ich auf der Plattform eigentlich erfolgreich? YouTube empfiehlt Unternehmen und Marken drei verschiedene Arten von Videoinhalten.

1. Hygiene Content (zu Deutsch in etwa „Basis-Inhalte“)

Ob Sie es glauben oder nicht, wenn Sie für ein Unternehmen arbeiten, das schon einige Zeit existiert, dann gibt es doch tatsächlich Menschen, die nach Informationen über Ihr Unternehmen und Ihre Produkte suchen. Hygiene content hat nun mit unserem deutschen Wort Hygiene wenig zu tun. Ich habe das mal etwas freier mit „Basis-Inhalte“ übersetzt. Gemeint ist damit, dass YouTube rät, Videos zu den Dingen zu produzieren, die die Menschen über Ihr Unternehmen suchen. Entweder bei Google – auch hier werden ja ausgewählte Videos angezeigt – oder eben bei YouTube direkt. Das Gute an diesem Inhaltstyp ist: Die Zuschauer kommen quasi von allein, weil sie ja nach dem Thema des Videos gesucht haben. Sie müssen sich also gar nicht um die Frage kümmern, wie das Video überhaupt an Zuschauer kommen soll.

Meiner Erfahrung nach werden diese Inhalte häufig vergessen. Kommunikationsabteilungen, die hier und da für YouTube zuständig sind, beschäftigen sich zwar meist mit aktuellen Themen, die das Unternehmen kommunizieren möchte, aber an die nicht unbedingt aktuellen Themen, die das Unternehmen betreffen, wird nicht gedacht. Wie Sie an die Themen kommen für Videos, die auch gesucht werden, beschreibe ich hier.

2. Hub Content („regelmäßige Inhalte“)

Ziel ist es auf YouTube, dass eine längerfristige Beziehung zwischen Nutzer und YouTube-Kanalbetreiber entsteht. Das geschieht nur mit Hilfe von regelmäßig produzierten neuen Inhalten, so dass der Nutzer idealerweise den Kanal abonniert. Ziel ist ein möglichst großer Abonnenten-Stamm, der dann optimalerweise so loyal ist, immer die neusten Videos auf dem Kanal anzuschauen.
Dieser sogenannte Hub Content können nun die aktuellen Themen sein, die sie im Unternehmen beschäftigen. Aber Achtung: Die Zuschauer kommen hier nicht von allein, wenn es in dem Video nicht um Themen geht, die auf YouTube oder Google gesucht werden. Wenn Sie also nur wenige Abonnenten haben, wird das Video kaum jemand anschauen. In diesem Fall ist es sinnvoll, für Abrufe zu bezahlen, beispielsweise mit einer Google-Videoanzeige oder über eine seriöse Agentur,  die auf Verbreitung von Inhalten, also auf Content Seeding spezialisiert ist. Schaffen Sie es mit diesen regelmäßigen Videos nicht mittelfristig einen Abonnentenstamm aufzubauen, dann machen Sie vermutlich bei der Machart der Videos etwas falsch.

3. Hero Content („ganz besondere Inhalte“)

Die Königsklasse der Videos von Unternehmen auf YouTube ist der Hero Content. Besondere, aufwändige und meist auch teuer produzierte Videos, die dann idealerweise ein besonders großes Publikum erreichen. Beispielsweise aufgrund der Tatsache, dass die Zuschauer so begeistert vom Video sind, dass sie es bereitwillig in den Social Networks teilen. Ein Beispiel dafür aus Deutschland ist das Supergeil-Video von EDEKA – ein beachtlicher Erfolg. Oder international das Video „The Epic Split“ mit Jean-Claude Van Damme auf dem Kanal von Volvo Trucks.

Die drei Begriffe finde ich leider etwas unglücklich gewählt, weil sie den meisten auch mit sehr guten Englischkenntnisse erstmal wenig sagen werden. Aber man fand wohl bei YouTube die Alliteration (Hygiene, Hub, Hero) ganz gut.

Volvo Trucks will ich abschließend noch als Beispiel nutzen, um eine beispielhafte YouTube-Strategie zu skizzieren.

  • Hygiene Content wären in diesem Fall Videos, in denen die aktuellen Trucks des Unternehmens vorgestellt werden. Die Menschen suchen danach, idealerweise finden sie dann diese Videos.
  • Hub Content wären in diesem Fall Neuheiten aus dem Unternehmen beispielsweise. Oder vielleicht eine regelmäßige Serie, in der Trucker ihren Volvo Truck vorstellen. Oder, oder, oder…
  • Hero Content – etwas, wie der Epic Split. Sagt sich jetzt ganz einfach, aber auf Ideen zu kommen, für aufwändige, spektakuläre Videos ist meist ein längerer Prozess.

Für die meisten Unternehmen ist meiner Meinung nach Hygiene Content zunächst am Wichtigsten – daher ist es sinnvoll damit zu beginnen. Hier stellen sich am ehesten Erfolgserlebnisse ein, dadurch, dass das Video quasi automatisch an Zuschauer kommt. Erst danach sollte man auf Hub Content setzen. Und wer dann immer noch ein gewaltiges Budget übrig hat, für den ist der Hero Content optimal.

Mehr Tipps für Marken auf YouTube gibt’s auch im „YouTube Creator Playbook for Brands“ – leider nur auf Englisch erhältlich, dafür aber kostenlos.

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About the Author (Author Profile)

Matthias Morr, Jahrgang 1976, berät Unternehmen und trainiert die Mitarbeiter beim Einsatz von Videos und YouTube. Außerdem realisiert er Videoproduktionen als Videojournalist - in Hamburg und bundesweit. Als Referenzprojekte betreibt er zwei sehr erfolgreiche YouTube-Partnerkanäle über Kreuzfahrtschiffe (Schiffstester.de und Cruiseinspector.com). Stationen in früheren Jahren waren u.a. der NDR und Axel Springer Digital TV.

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