Wie Online-Shops mit Videos und YouTube mehr verkaufen

1. April 2014 | By | Add a Comment
Auch das Musikhaus Thomann setzt auf Produktvideos.

Auch das Musikhaus Thomann setzt auf Produktvideos.

Der Einsatz von Videos in Onlineshops ist nicht neu – dennoch stehen immer noch viele Betreiber von Shops vor der Entscheidung, ob sie künftig eventuell mit Produktvideos arbeiten sollen. Da will ich einige Tipps für die Entscheidungsfindung geben.

Aus meiner Sicht ist der Einsatz von Produktvideos aus mehreren Gründen sinnvoll:

  • Um neue Kunden zu gewinnen.
  • Um die Conversion-Rate zu erhöhen und mehr Bestellungen zu erhalten. Klar: Ein Video kann im Zweifel den Ausschlag geben, ob sich ein Besucher eines Shops für den Kauf entscheidet oder eben nicht. Wobei jetzt nicht jedes Video im Onlineshop automatisch die Conversion-Rate erhöht, aber dazu später mehr.
  • Um mehr Traffic für den Shop zu bekommen. Das setzt voraus, dass Videos produziert werden zu Produkten, die bei Google oder YouTube gesucht werden.
  • Um die Retourenquote zu senken – wer besser über ein Produkt informiert ist, schickt es seltener zurück.

Alles Punkte, zu denen natürlich kein Shopbetreiber nein sagt. Aber wie sollte nun ein Produktvideo optimalerweise aussehen?

  • Die Videos sollten eher beratenden als werblichen Charakter haben
    Es geht nicht darum Videos zu produzieren, die wie Werbespots sind. Meiner Ansicht nach ist es sinnvoller, im Video gewissermaßen den Verkäufer aus dem stationären Handel abzubilden. Das heisst: Idealerweise stellt mir eine Person ein Produkt vor – mit den Vorteilen, aber auch den Nachteilen. Warum auch die Nachteile? Damit baut der Zuschauer gleich ein gewisses Vertrauen zu der Person im Video auf – genauso wie wir einen Verkäufer schätzen, der uns ehrlich seine Meinung sagt („Der Anzug steht Ihnen leider gar nicht…“).
  • Im Video sollten Personen agieren, die mit dem Produkt auch etwas zu tun haben.
    Nun könnten Sie für Ihren Shop einen Moderator engagieren, der nun etwas zu den Produkten vom Teleprompter abliest, was ihm möglicherweise jemand anderes aufgeschrieben hat. Ob der Moderator nun im wahren Leben etwas mit dem Produkt zu tun hat – ganz egal. Das ist sicher eine klassische Herangehensweise, die aber nicht nur wenig empfehlenswert ist, weil das Ganze dann sehr teuer wird. Es ist einfach außerordentlich unauthentisch – und wenn man Pech hat, merkt das auch der Zuschauer. Besser ist es, Sie suchen sich in Ihrer Firma eine Person, die auch wirklich mit den Produkten zu tun hat, die die Ware kennt und sie demnach auch vorstellen kann. Wenn es sich um einen kleinen Online-Store handelt, dann machen sie es doch gleich selbst. Nun ist es so, dass nicht jeder gut vor der Kamera rüber kommt – und es geht gar nicht mal darum den perfekten Moderator zu mimen. Wenn in Ihrer Firma niemand in Frage kommt, bietet sich vielleicht ein Blogger an aus dem entsprechenden Themengebiet.
  • Das Produktvideo sollte einen klaren Call-to-action beinhalten
    Wenn Sie wollen, dass mehr Besucher Ihres Shops tatsächlich auch kaufen, dann sollten Sie ihm das auch im Video sagen. Ein Video mit einer deutlichen Handlungsaufforderung funktioniert im Zweifel besser, als ohne. Fordern Sie den Zuschauer beispielsweise auf den Artikel umgehend zu bestellen – erwähnen Sie in diesem Zusammenhang Vorteile, wie kostenlose Lieferung und kostenlose Retouren, und – auch wichtig – Ihren USP: Aus welchem Grund sollte der Interessent jetzt ausgerechnet bei Ihnen kaufen?
  • Die technische Qualität des Videos kann nachrangig sein.
    Nun lässt sich bei der Produktion von Videos ein fast unendlicher Aufwand treiben. Mit Kamerakrähnen, mit Drohnen aus der Luft, mit Kameras für 100.000 Euro – Grenzen gibt es kaum. Aber ist das auch sinnvoll? Meiner Erfahrung nach ist die technische Qualität für den Erfolg eines Produktvideos nachrangig. Es sollte eine gewisse Mindestqualität haben – guten Ton, ordentliche Beleuchtung… Das kann schon reichen und hält die Produktionskosten niedrig. Einen größeren Aufwand würde ich bei teureren Luxusprodukten treiben – da sollte das Video am Ende auch zum Produkt passen.

Das waren nun die Eigenschaften, die meiner Ansicht nach ein optimales Produktvideo auszeichnen. Nun eignen sich ja Videos auch, um den Traffic in einem Shop zu erhöhen. Voraussetzung dafür ist, dass Sie Videos machen, die gut gefunden – in der normalen Google-Suche oder aber bei YouTube.

Es gibt noch Nischen mit geringem Wettbewerb

Dafür sollten Sie sich zunächst anschauen, wie umkämpft Ihre Produkte bei Google oder YouTube ist. Gibt es zu Ihrem Produkt schon sehr viele andere Videos, ist es umso unwahrscheinlicher, dass Ihr Video mittelfristig auf einer guten Position bei Google oder YouTube landet. Bei sehr gängigen Produkten, wie aktuellen Smartphones beispielsweise, ist es fast unmöglich noch ein Video zu machen, das auch gut gefunden wird. Bei anderen Produkten, wo der Wettbewerb niedriger ist, wie beispielsweise bei Kühlschränken oder Brotmaschinen, sieht das schon ganz anders aus. Ich selbst habe Videos zu meinem Kaffeevollautomaten, meinem Fernseher und einem Luftbett beispielsweise produziert, die allesamt nach einiger Zeit sehr gut gefunden wurden – und das ohne irgendwelche Tricks.

Und Sie sollten abwägen, ob Sie Ihre Videos bei YouTube hoch laden oder auf eigenes Videohosting setzen. Das Problem bei YouTube: Wer nach dem Produkt sucht, landet idealerweise zwar bei Ihrem Video, aber dann eben nur auf YouTube und nicht in Ihrem Shop. Zwar ist es mittlerweile möglich klickbare Links in YouTube-Videos einzublenden, aber aber klicken wird vermutlich nur ein Bruchteil der Menschen, die das Video anschauen.

Es wäre sicher übertrieben zu sagen, dass ohne Videos in Online-Shops künftig wenig geht – aber im Wettbewerb sind gute Videos definitiv eine Möglichkeit um sich von Wettbewerbern abzuheben.

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Filed in: Blog, Videomarketing, YouTube | Tags: , ,

About the Author (Author Profile)

Matthias Morr, Jahrgang 1976, berät Unternehmen und trainiert die Mitarbeiter beim Einsatz von Videos und YouTube. Außerdem realisiert er Videoproduktionen als Videojournalist - in Hamburg und bundesweit. Als Referenzprojekte betreibt er zwei sehr erfolgreiche YouTube-Partnerkanäle über Kreuzfahrtschiffe (Schiffstester.de und Cruiseinspector.com). Stationen in früheren Jahren waren u.a. der NDR und Axel Springer Digital TV.

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