Warum es künftig mehr Live-Videos geben wird

18. April 2012 | By | Kommentar hinzufügen

Ein kleines Gerät könnte bald die Videowelt revolutionieren: Das Unternehmen Livestream zeigt in diesen Tagen auf der NAB-Show in Las Vegas den Livestream Broadcaster. Dieses Gerät streamt das Signal jeder Kamera mit HDMI-Ausgang ins Internet – weitere Technik ist nicht nötig.

Bisher war das ja mit Live-Videos so eine Sache: Zwar kann theoretisch auch ein iPhone Live-Videos senden, aber so richtig überzeugend ist das von der Qualität nicht. Zumal man auch keine Möglichkeit hat beim iPhone zu zoomen. Und das ist – will man Veranstaltungen beispielsweise übertragen – eigentlich schon nötig. Auch ein Notebook mit Webcam kann fürs Livestreaming genutzt werden – es gelten aber ähnliche Einschränkungen wie beim iPhone. Kurzum: Für den (semi-)professionellen Einsatz taugt beides nicht so wirklich.

In diese Lücke könnte nun also der Livestream Broadcaster stoßen. Angeboten wird das Gerät ab Mai und kostet umgerechnet etwa 380 Euro – was außergewöhnlich günstig ist. Allerdings lassen sich die Live-Videos nach dem jetzigen Stand nur mit dem eigenen Service von Livestream nutzen. Dafür fallen im Monat etwa 35 Euro an Gebühren an.

Zur technischen Seite: Das Streaming wird über W-Lan realisiert – es lässt sich aber per USB auch ein UMTS- oder LTE-Stick anschließen. Mit welchen Modellen der Livestream Broadcaster kompatibel ist, steht allerdings noch nicht fest. Steuern lässt sich das Gerät auch über eine iPhone App (Livestream for Producers). Übertragen werden die Videos sogar in HD-Auflösung (1080i oder 720p) – wie gut die Qualität beim Streaming über UMTS letztlich ist, muss ein Test zeigen.

Der Livestream Broadcaster zeigt auf jeden Fall wohin die Reise geht: Live-Streaming wird erheblich vereinfacht. Es sind dafür keine Satellitenschüsseln oder spezielle Reporter-Rucksäcke mehr nötig. Problematisch ist allerdings im Moment noch die Rechtslage in Deutschland. Wer als Rundfunkveranstalter auftritt, ohne die Lizenz einer Medienanstalt zu haben, dem droht ein Bußgeld. Das ist auch der Grund, warum YouTube live in Deutschland bisher nicht gestartet ist.

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